Live-Mitschnitt Gottesdienst aus der Kirche Bergfelde - Christi Himmelfahrt - 21. Mai 2020

 

Pfarrerin: Heike Krafscheck

Orgel und Flöte: Clemens Rhode

 
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Wie die Träumenden

Das wird schön sein, wenn wir uns wieder treffen können!

Das wird schön sein, wenn wir uns wieder direkt in die Augen schauen können.

Das wird schön sein, wenn wir uns wieder die Hände geben und einander umarmen können – bestimmt umarme ich vor lauter Freude den einen oder die andere mehr als zuvor.

Das wird schön sein, wenn wir wieder gemeinsam Gebete sprechen und Lieder singen können – gerne auch lauthals: Zu Gott rufen, was Kummer ist und was Dankbarkeit,

und den Mund voll nehmen mit zusammenklingender Freude.

Das wird schön sein, wenn wir uns wieder auf einen Kaffee zusammenhocken,

miteinander reden, lachen und wo es Not tut auch weinen können.

Das wird schön sein, wenn wir die wärmende Sonne wieder in vollen Zügen genießen

und die Kinder fröhlich auf dem Spielplatz spielen können.

Ja, es wird sogar schön sein,

wieder zur Schule oder zur Arbeit gehen zu dürfen – wer hätte das gedacht?

All das und vieles mehr, was uns bislang vertraut und selbstverständlich war,

werden wir ganz neu genießen, fast wie ein kleines Kind.

Das wird schön sein!

Und bis wir uns wiedersehen halten wir aus und durch.

Bis dahin leben wir in Quarantäne zwischen Hoffen und Bangen

Bis dahin telefonieren wir und chatten wir, halten Abstand, ‚social distance‘.

Unser Schreibtisch heißt jetzt ‚home-office‘ und die Besprechungen halten wir per Video

– geht alles, sogar Gottesdienste und Seelsorge,

und wir beten für die Kranken und die Trauernden,

und zugleich gegen die eigenen Ängste und Sorgen um die Zukunft

und gegen die Verzweiflung.

Und bis wir uns wiedersehen lernen wir kreativ zu sein und viele neue Dinge.

Bis dahin schreiben wir, ganz ‚old fashioned‘, Briefchen an unsere Nachbarn

mit Hilfsangeboten und mit Dank.

Bis dahin singen wir aus den Fenstern und musizieren auf Balkonen.

Bis wir uns wiedersehen lernen wir einander neu kennen

und unsere Familien

und uns selbst.

Bis dahin fangen wir vielleicht sogar an, das Leben neu zu sehen:

Was ist wirklich wichtig?

Und bis wir uns wiedersehen fangen wir an zu träumen

wie es sein könnte, nachdem es nun nicht mehr so ist wie es war.

Was wir verändern, neugestalten

und wie wir neu beginnen werden.

Das wird schön sein, neu zu leben

als Träumende im Hier und Jetzt,

behütet, bewahrt und getröstet!

Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden. Dann wird unser Mund voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein. (Psalm 126,1-2)

 

Pfarrer Simon Froben (Bayreuth)